Der Zeit einen Inhalt geben

„Der Künstler soll nicht den Inhalt der Zeit zum Ausdruck bringen, sondern der Zeit erst einen Inhalt geben.“
Conrad Fiedler (1841-1895)

Das Atelier Baugatz in Kerstenbruch ist ein Ort der Kunst. 

 

Die Textilgestalterin und Malerin Margarete S. Baugatz und der Maler, Schriftsteller und Chorleiter Dr. Christian- Ulrich Baugatz leben seit 1. Mai 1999 in Kerstenbruch im Oderbruch. Sie gestalteten auf einer ehemaligen Buswendeschleife und einem ehemaligen Fußballplatz einen Naturgarten, und sie leben dort ohne den üblichen Komfort mit der Natur und den Jahreszeiten.

 

Talentierte Meisterschülerin Margarete S. Baugatz
Margarete S. Baugatz

Margarete S. Baugatz, geboren 1960 in Berlin, ist eine künstlerische Natur. Zuerst im Alter von sechs Jahren, versuchte sie als Eiskunstläuferin diesem Umstand gerecht zu werden.

 

Auf Drängen ihres Vaters, und um ungerechten Be-wertungen aus dem Wege zu gehen, besuchte sie von 1974- 1977 die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) „Heinrich Rau“ in Berlin- Weißensee in der Disziplin „Eisschnellauf“. Bei der bedeutsamen Spartakiade der gesamten DDR in den Wintersportdisziplinen 1975 belegte sie den dritten Platz über 500 Meter Sprint. Das war die Bronzemedaille.Die Beendigung des Leistungssportes und die Abschlußprüfung der 10. Klasse verlangten nach einem Resumée:

 

„Ich hatte die Nase voll von dieser Schinderei und den unfeinen menschlichen Methoden in diesem Metier.“

 

Sie besuchte daraufhin eine normale Erweiterte Oberschule (Gymnasium), wo sie nach zwei Jahren ihr Abitur mit „Eins“ machte. Der Weg zum künstlerischen Beruf gestaltete sich steinig. Vorraussetzung für das Studium der Modegestaltung an der Kunsthochschule Weißensee war ein berufspraktisches Jahr in der Schuhfabrik „Goldpunkt“ in der Greifswalder Straße. Es endete mit dem Facharbeiter für Schaftmontage. Nach vier Jahren Studium schloß sich eine Industrieschneiderlehre an, die im VHB „Exquisit“ abgelegt wurde.

 

Im Jahre 1987 begann ein weiteres berufsvorbereitendes Praktikum im Malsaal des Friedrichstadtpalastes, welches ein Jahr dauerte. Danach schlossen sich drei Jahre in der Garderobe des Damenballettes des Friedrichstadtpalastes an, wo sie als Ankleiderin tätig war.

 

1990 begann das Zweitstudium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, inzwischen Hochschule für Gestaltung. Dort erwarb sie 1994 ihr Diplom als Textil- und Flächengestalterin. Nach einem dreimonatigen Praktikum bei der Teppichbodenfirma „Vorwerk“ in Hameln, im Frühjahr 1995, wo sie sich gute Computerkenntnisse am Teppichentwurfs-computer aneignete, ging sie für ein ganzes Jahr nach Paris, was der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ermöglichte(1995/96). Im Jahre 1997 bekam sie im Rahmen einer Präsentation ihrer Arbeiten den Meisterschülerstatus der Kunsthochschule Berlin- Weißensee zuerkannt.

 

Seit dem Diplomabschluß bildet sie sich im Atelier Baugatz, einer Privatschule für Malerei und Künstlergemeinschaft auf verschiedenen künstlerischen Gebieten weiter.

 

Seit Gründung der Privatschule am 1. Mai 1990 war diese in Berlin- Altglienicke ansäßig, um am 1. Mai 1999 ins Oderbruch, nach Kerstenbruch umzuziehen.

Entwurf: Maragarete S. Baugatz
Textilentwurf
Entwurf: Margarete S. Baugatz
Textilentwurf
Entwurf: Margarete S. Baugatz
Tasche handbemalt

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Margarete S. Baugatz präsentiert:

Von der Natur inspirierte Schmuckstücke

„Die Leidenschaft für Blumen und Pflanzen und deren Farb- und Formenvielfalt regen mich zu den verschiedenen Textilarbeiten und zur Malerei an. Ich beginne immer wieder auf´s neue mit dem Zeichenstift und der Farbe die Natur zu studieren.“ Margarete S. Baugatz

Modeschmuck aus dem Design-Studio Perle

accessoires masba Label

Inspiration für ihre Entwürfe findet die Designerin in der Natur und insbesondere in der Farbenpracht ihres Öko-Gartens. In ihrer kleinen, hauseigenen Werkstatt setzt sie ihre Ideen dann in facettenreiche, handgefertigte Unikate um.

Foto von Margarete S. Baugatz
Margarete S. Baugatz

Ihre Formensprache ist harmonisch und zeitlos. Sie besitzt ein ausgeprägtes Farbgefühl.

 

Farbenfrohe Blumen des Gartens werden in textile Produkte und Malerei umgesetzt. Sie hat einen stilsicheren Geschmack und kann modische Ensembles gestalten.

 

Die Verwirklichung eigener Entwürfe mit Sorgfalt und dem nötigen Blick für`s Detail machen den Charme ihrer Produkte aus, seien sie als Modeschmuck, Accessoires oder textile Arbeiten gefertigt. Es handelt sich um liebevoll gestaltete Einzelstücke, die die verschiedenen Garderoben in der Lage sind, zu veredeln. (Als Krawatte, Tuch, Kette, Mütze, Ohrringe usw.)

 

 

 

Das Farbenspektrum reicht von frühlingshaften gelb, violetten und blauen Farben zu sommerlichem Rot und Grün bis zu herbstlichen Ockertönen und Erdfarben.

 

Durch das passende Accessoires, ist sie der Meinung, kann man Alltagskleidung zur gehobenen Garderobe aufwerten.

 

Eine kleine Auswahl meiner Schmuckobjekte

                     Durch das passende Accessoire kann auch legere Alltagskleidung zum Blickfang werden.

Margarete S. Baugatz mit einer Kundin
Margarete S. Baugatz mit einer Kundin
Foto mit verschiedenen Halsketten

Die ersten Teile ihrer kleinen Kollektion entwickelten sich bereits zu einer echten Glanznummer,

denn- Guter Stil ist keine Frage des Preises, sondern des guten Geschmacks.

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Dr. Christian Baugatz

Christian Baugatz ist an der Havel geboren und heute an der Oder zu Hause. Beide Flüsse bestimmen sein Werk, von dem Teile kürzlich in einer Ausstellung – anlässlich seines 70. Geburtstages – in der Kulturstube Kerstenbruch zu sehen waren.

Zum selbstständigen Denken erzogen
Dr. Christian Baugatz

„Mein Leben besteht aus vielen Bruchstücken, die sich zu einem Mosaikbild vereinen lassen“, sagt Christian-Ullrich Baugatz rückblickend. 1948, er war sieben Jahre alt, schickte seine Mutter ihn vom Wohnort Potsdam aus gesundheitlichen Gründen zu Pflegeeltern nach Bayern. „Das Millionärsehepaar misshandelte mich mit verbalen Schlägen und schickte mich in ein staatliches Landschulheim“, erzählt der Künstler. Dort ist er dann zu selbstständigem Denken erzogen worden.

 

Im Jahre 1956 kam er zurück zur Mutter und ging zunächst auf eine Schule in Westberlin, wechselte aber zum Kirchlichen Seminar in Potsdam, um dort Abitur zu machen. „Ich wollte als Jugendlicher in diesem Teil Deutschlands leben“, erzählt er.

Gemälde: Christian Baugatz
Belebter Park

Er studierte Theologie und promovierte 1971 in Jena. Es folgten fünf Jahre Pfarramt in Altglienicke. „Das entsprach nicht meinem Idealbild von einer Pfarrei, die Musik und Menschen verbindet“, so Baugatz. Er wollte Maler werden und gab das Pfarramt auf. „Doch wer in der DDR ein Pfarramt aufgibt, darf keinen Beruf mehr ausüben“, erzählt er. Dreißig Jahre lang gab er Mal- und Zeichenunterricht an Berliner Volkshochschulen und bildete sich als Maler weiter.

Gemälde: Christian Baugatz
Gemälde: Christian Baugatz

Weibliche Akte

1990 eröffnete er eine private Malschule, die 1999 ins Oderbruch umzog. „Wir wollten hier in Kerstenbruch etwas bewegen“, sagt der Künstler. In der örtlichen Kirche betreiben sie die Kulturstube. „Wir wollen mit den Menschen über die Kunst ins Gespräch kommen“, so Baugatz.

In der örtlichen Kirche betrieb er mit seiner Frau Margarete die "Kulturstube", die als Chorprobenraum und Bildergalerie fungierte."Wir haben hier vierzehneinhalb Jahre den Dorfbewohnern das Malen und Singen nahegebracht." sagt der Künstler. "Der Dorfchor "Kerstenbrucher Singekreis" hatte viele klangvolle Singeabende, die in guter Erinnerung bleiben werden." Hier entstand eine handgeschriebene Liedersammlung mit 136 Titeln, die Dr. Baugatz in eine gültige Form brachte. Die sängerische Leistung des Chores steigerte sich kontinuierlich. Nach anderthalb Jahren bereits gewann der Chor den Oderbruch- Sängerwettstreit in Kienitz. Das gemeinwohlnützliche Projekt "Kulturstube" wurde durch den Verkauf des Schul- und Bethauses im Sommer 2019 beendet.

 

Gemälde: Christian Baugatz
Regenlandschaft
Gemälde: Christian Baugatz
Winterlandschaft

Gemälde: Christian Baugatz
Brandenburger Land

„Da mein vielseitiges und durch hohe Arbeitsanforderungen belastetes Leben mir an manchen Tagen keine Muße für die Malerei ließ, wollte ich dennoch den Tag niemals ohne eine kleine Skizze beenden“.

Um sich nicht unter Druck zu setzen, gestaltet er dann einfach die Rückseiten an sich gerichteter Briefe künstlerisch. „Das macht mir Spaß und entspannt mich“. So entstanden im Laufe der Jahre etliche prall gefüllte Mappen kunstvoll gestalteter Briefumschläge.

Gemälde: Christian Baugatz
Stilleben

Für gute Freunde gibt es eine besondere Überraschung: So gestalteten der Künstler und seine Frau ab und an liebevoll eigenhändig die Etiketten ihrer selbstgemachten Marmeladen und verschenken sie oder sie bereiten Freude, indem sie im Bekanntenkreis Briefe und Postkarten mit selbstgestalteten kleinen Bildern und Zeichnungen verschicken. Einige der Beschenkten haben bereits eine hübsche Sammlung damit angelegt.

 

Beispiele für Etikettenentwürfe:

Quittenmarmelade
Quittenmarmelade
Rote Johannisbeeren
Rote Johannisbeeren
Schwarze Johannisbeeren
Schwarze Johannisbeeren

                                                          Das macht guten Freunden Freude

* Der obenstehende Text beruht auf Artikeln der Märkischen Oderzeitung vom 15. Januar 2010 und vom

3. Mai 2011.

atelier baugatz
atelier baugatz
Fühlendes Denken – denkendes Fühlen. Vier Essays über den Geist der Romantik
2013
Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. GOETHE AKTUELL – Ein Essay
2012
Der Herr liebt die Seinen NICHT! Monotheismus in Geschichte und Gegenwart
2012
Das Zauberwort oder Neun Tage abseits der Zeit. - Erzählung
2010